Elektrische Fischscheuchanlagen

Die prinzipielle Wirkungsweise elektrischer Fischscheuchanlagen beruht auf der Abgabe elektrischer Impulse ins Wasser. Der dadurch im Fischkörper entstehende pulsierende Stromfluss führt zu willkürlichen Muskelbewegungen, die von den Fischen als Gefahr empfunden werden und diese veranlassen, den zu sperrenden Bereich zu meiden.

Im Gegensatz zu üblichen Verfahren der Elektrofischerei wird mit kurzen, die Polarität wechselnden Impulsen gearbeitet, um die Bewegung der Fische hin zur Anode (Galvanotaxis) zu vermeiden.

Ein wirksames Scheuchfeld muss folgende Mindestvoraussetzungen erfüllen:

  • Exakt bemessener Anstieg der Feldstärke. Steigt die Feldstärke zu steil an, kann der Fisch durch Strömungen oder eigene Schwimmbewegungen in Regionen verdriften, in denen zu hohe Feldstärken zu Lähmungen (Oszillonarkose) führen. Zu langsamer Anstieg der Feldstärke führt hingegen dazu, dass die Fische nicht mehr erkennen können, in welcher Richtung die Feldstärke abnimmt, sie finden also den „Ausgang“ nicht mehr.
  • Exakt bemessene Impulsfrequenzen. Zu geringe Frequenzen werden von den Fischen unzureichend wahrgenommen, zu hohe Frequenzen vermindern durch starke Muskelzuckungen (Oszillotropismus) das Schwimmvermögen und somit die Fluchtgeschwindigkeit der Fische.
  • Korrekte Ausrichtung der Feldlinien. Fische versuchen, senkrecht zu den Feldlinien zu stehen, da ihre Körper dann die geringsten Spannungsdifferenzen abgreifen. Das Feld muss so aufgebaut werden, dass sie sich in dieser Ausrichtung nicht in den  zu sperrenden Bereich hinein bewegen.
  • Optimale Bemessung von Impulsform und –dauer. Schlecht ausgeformte oder zu kurze Impulse werden von Fischen ungenügend wahrgenommen, zu lange Impulse erhöhen die Gefahr der Oszillonarkose.
  • Homogener Feldaufbau über die gesamte Breite und Tiefe des Einlaufes. Fische finden jedes Schlupfloch im Feld.
  • Alle diese Voraussetzungen müssen auch bei schwankenden Leitfähigkeiten des Gewässers und bei schwankenden Wasserständen erfüllt werden.

Da jeder Anwendungsfall durch

  • Strömungsprofil
  • geometrische Abmessungen
  • elektrische Leitfähigkeit des Wassers
  • vorwiegend auftretende Fischarten und -größen

ganz spezifische Anforderung an die Konfiguration der Anlagen stellt, wird jede Anlage mittels eines graphischen Simulationsprogrammes entwickelt. Dabei werden die exakte Position der Elektroden sowie die Impulsspannungen festgelegt.
Die Möglichkeit zur Feldsimulation steht uns seit dem Jahre 2003 zur Verfügung. Seit diesem Jahre haben wir völlig neue Elektrodenkonfigurationen entwickelt und können homogene, allen Anforderungen entsprechende Scheuchfelder sowohl theoretisch als auch an fertiggestellten Anlagen messtechnisch nachweisen.

Beispiel für eine Feldsimulation

Elektrische Fischscheuchanlagen

Einsatzbereiche

Einsatzmöglichkeiten in der Industrie

  • Kraftwerke > Flusswasseraufbereitung/Kühlwasser
  • Sand- und Kieswerke/Tagebau > Wasserentnahme-Pumpstationen
  • Wasserwerke > Rohwasserentnahme
  • chemische Fabriken > Rohwasserentnahme
  • chemische Fabriken > Rohwassergewinnung
  • petrochemische Industrie > Rohwasseraufbereitung
  • petrochemische Industrie > Rohwasserentnahme

Elektrische Fischscheuchanlagen

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